Adivasi-Koordination

Solidarität mit
Indiens
Ureinwohnern

Bilder

An dieser Stelle soll die Vielfalt der Ureinwohner- und Stammesvölker des indischen Subkontinents dokumentiert werden – mittels eigener Bilder, durch Verlinkung auf entsprechende Websites und durch Hinweise auf als DVD erhältliche Filme:

 

Dokumentarfilm – als DVD erhältlich:  „Nicht den Staub, sondern die Blüten des Fortschritts!“ … das erwarten Adivasi von „Entwicklung“

„Die Medien sind heutzutage völlig im Griff der großen Unternehmen und kümmern sich nur um deren Wohlergehen. Sie sehen keinen Zu­sammenhang mit dem Leid der im Namen des Fortschritts entwurzelten und vertriebenen Adi­vasi-Bevölkerung“ (aus dem Drehbuch des Do­kumentarfilms): Die indi­schen Medien se­hen sich heute immer öfter ähnlicher Kritik aus den Reihen der Zivilgesell­schaft ausge­setzt. Die deutsch untertitelte DVD gibt dagegen den in der Gesellschaftsord­nung ganz unten stehen­den Adivasi eine Stim­me. — Im Frühjahr 2015 organisierte die Adivasi-Koordination einen zweitägigen Workshop in Rourkela/Odisha. Der Titel lautete „Dialog über Adivasi-Erfahrungen und Perspektiven für so­zialen und ökonomischen Wandel“ (Bericht zu dem Workshop: siehe Adivasi-Rundbrief 54, Juli 2015). Adivasi aus den Bundesstaaten Westbengalen, Jharkhand, Odisha, Chhattis­garh, Andhra Pradesh und Gujarat nahmen teil. Die Kernaktivität bestand darin, gemeinsam nach anderen Bezeichnungen für „Entwicklung“ zu suchen. Für Adivasi – als Leidtragende von sogenannten „Entwicklungsprojekten“ – ist die­ser Begriff überwiegend negativ besetzt. Die Zielsetzung der Suche nach alternativen Be­zeichnungen bestand darin, daß die Adivasi ihre Sehnsüchte und Visionen hinsichtlich einer Änderung der gegenwärtigen Situation zum Ausdruck brachten. „Nicht den Staub, sondern die Blüten des Fortschritts…“ entstand als Do­kumentarfilm – von den Such-Bemühungen des Workshops ausgehend. „Nicht den Staub, sondern die Blüten des Fort­schritts!“ Film von Biju Toppo und Meghnath, 28 Minuten. Broschüre (24 Seiten) mit DVD, Sep­tember 2018. Er­hältlich (Spendenerwartung: 5,00 Euro) bei Jo­hannes Laping: sarini.jl[at]gmail.com

Film-Dokumentation mit deutschen Untertiteln: „Unrecht ohne Ende – Über das Leben der Adivasi-Bevölkerung im Schatten des Stahlwerks Rourkela in In­dien“, ca. 27 Minu­ten, engl. Original (2012): „Accumulated Injustice“, Kon­zept/Produktion: Biju Toppo/Megnath, Me­diengruppe AKHRA, Ranchi/Jharkhand

Um Platz zu schaffen für das indisch-deutsche Prestigeprojekt „Stahlwerk Rourkela“ wurden in den 1950er Jahren über 80 Quadratkilometer Land in Beschlag genommen und etwa 12.000 Menschen (überwiegend Adivasi) umgesiedelt. Um das Hüttenwerk und die neue in der Nähe errichtete Stadt mit Wasser zu versorgen, wurde etwa 30 Kilometer von Rourkela entfernt eine Talsperre errichtet. Durch diesen Mandira-Damm wurde eine Fläche von etwa 57 Qua­dratkilometern überflutet. Aus diesem Gebiet mußten nochmals etwa 9.000 Ureinwohner ausgesiedelt werden. Seit dem Jahr 2004 bildet „Rourkela“ einen Schwerpunkt der Arbeit der Adivasi-Koordina­tion (AKD). Als Ergebnis einer langjährigen und intensiven Arbeit kann die AKD auf zwei aus­führliche Dokumentatio­nen in Buchform verwei­sen (s.o. – Nr.46/1). Als Ab­rundung dieser Sammlung ausführlicher schrift­licher Dokumentationen präsentiert die Adivasi-Koor­dination nunmehr den 27minütigen Doku­mentarfilm „Unrecht ohne Ende. Über das Le­ben der Adivasi-Bevölkerung im Schatten des Stahlwerks Rourkela in In­dien“. Möglich wurde diese filmische Doku­mentation auf­grund einer Koo­pe­ration mit Biju Toppo und Megnath von der Me­dieninitiative AKHRA in Ran­chi/Jharkhand. Diese beiden Filmemacher ver­stehen sich als Teil dieser Zivilgesellschaft. Megnath selbst ist kein Adivasi, lebt aber schon sehr lange in Ranchi, der Hauptstadt von Jharkhand. Er um­schreibt seine Motivation für das Dokumentar­filmen damit, daß er den zu­meist nicht beachteten Stimmen der Urein­woh­ner Gehör verschaffen will. Die Stimmen einiger Adivasi, deren Statements im zweiten von der AKD publizierten Buch nachzulesen sind, kön­nen dank dieses Filmes nun direkt  gehört wer­den. Auch die höchst unbefriedigende Si­tuation in den  Umsied­lungsdörfern, beispiels­weise die mangelhafte Infrastruktur, wird dank der Bilder von Megnath und Biju Toppo plastisch und an­schaulich. Vertrieb: sarini c/o Johannes Laping, sarini-jl[at]gmx.de. Zur Unterstützung der Adivasi-Bewegung in Indien wird ein Spen­denbeitrag von 10,00 Euro erbeten: IBAN DE60 5206 0410 0004 0037 64 BIC GENODEF1EK1. Kontoinhaber: Adivasi-Koordination in Deutschland e.V.

Film-Dokumentation mit deutschen Untertiteln: „Heißes Eisen. Vom Überleben im Ange­sicht der am schlimmsten die Umwelt be­lasten­den Industrie in Indien … der Schwamm­eisen-Herstellung“, ca. 34 Minuten, engl. Original (2009): „Iron is hot“. Kon­zept/Produktion: Biju Toppo / Meghnath, Mediengruppe AKHRA, Ran­chi/Jharkhand

Schwammeisen-Herstellung: Dieser Industrie­zweig ist noch verhältnismäßig jung. Es begann 1985 mit drei Anlagen, im Jahr 2006 war die Zahl schon auf 206 Anlagen gewachsen. Dem­nächst wird die Zahl auf über 400 steigen. Inof­fizielle Berechnungen gehen von noch sehr viel höheren Zahlen aus. Diese Anlagen befinden sich zum größten Teil in Orissa, Chhattisgarh, Jharkhand und Westbengalen, einige wenige stehen auch in Goa, Maharashtra und Karnataka. Das Hauptproblem liegt darin, dass das Schwammeisen in mit Kohle befeuerten Anlagen hergestellt wird. Diese belasten in be­sonderem Maße die Umwelt und werden als Industrien der „roten“ Kategorie betrachtet, da sie auch gravierende Risiken für die Gesund­heit mit sich bringen. Wegen der Ver­schmutzung von Land und Wasser ist die Landwirtschaft im Umkreis von fünf Kilometern um solche Schwammeisen-Produktionsstätten ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen. Die land­wirtschaftlichen Erträge sind dramatisch zu­rückgegangen. Das Vieh frisst Gras und Blätter, die dick mit schwarzem Staub überzogen sind. Es wird krank und verendet, die Milcherträge gehen zurück. Der Film weist nach, wie stark auch der Regierungsapparat mit dieser In­du­strie im Bunde steht, und dokumentiert den Kampf der betroffenen Bevölkerung, ihr Land und ihre Lebensgrundlagen zu bewahren. Die Hindi-Version dieses Films, „Lohar garam hai“, hat 2009 eine Auszeichnung der indischen Ver­einigung der Dokumentarfilmer (IDPA) als bester Film über Umweltprobleme erhalten. Dieser Film wird intensiv von den Widerstands­bewe­gungen in Orissa, Chhattisgarh, Jharkhand und Westbengalen eingesetzt. Vertrieb: sarini c/o Johannes Laping, sarini-jl[at]gmx.de. Vertrieb: sarini c/o Johannes Laping, sarini-jl[at]gmx.de. Zur Unterstützung der Adivasi-Bewegung in Indien wird ein Spen­denbeitrag von 10,00 Euro erbeten: IBAN DE60 5206 0410 0004 0037 64 BIC GENODEF1EK1. Kontoinhaber: Adivasi-Koordination in Deutschland e.V.

 

 

www.rainerhoerig.com

Rainer Hörig, Mitglied der Adivasi-Koordination, lebt und arbeitet seit Ende der 1980er Jahre in Indien. Für seine Reportagen und Features unternimmt er häufig eigene Recherchen im Land. Mit seiner Website www.rainerhoerig.com präsentiert er Veröffentlichungen aus Presse und Hörfunk in Deutschland sowie ein umfangreiches Bildarchiv.

Die Messinggießer von Bastar, Chattisgarh

Die Messinggießer von Bastar sind überwiegend Adivasis, allerdings mit einem anderen kulturellen Hintergrund als die von Chotanagpur. Auch in dieser Region wird seit Jahrtausenden mit Eisen und Messing gearbeitet, was heute mit dem Stahlwerk in Bhilai bei Raipur in Chattisgarh weiter geführt wird. Dr. Jagdev Baghel in Kondagaon ist einer der führenden Kunsthandwerker, der nie eine Schule besucht hat und dem wegen seiner herausragenden Arbeiten die Ehrendoktorwürde der Universität Raipur verliehen wurde. Außerdem war er schon in Kanada, Australien und anderen Ländern, um über seine Arbeit zu berichten.

Das Handwerk wird wie üblich in der Familie seit Generationen weitervererbt. Inzwischen hat Dr. Baghel als Meister seines Faches in seiner Stadt Dutzende von anderen angeleitet, so dass man Kondagaon gewissermaßen als Messing-Kunsthandwerker-Stadt ansehen kann. In vielen Häusern dort kann man Messinggießer und Eisenschmiede bei der Arbeit erleben und ihre Kunstfertigkeit bewundern. Ihr Stil und ihre Technik sind so eindrucksvoll, so daß es nicht verwundert, warum sie sich in den letzten Jahren in den Handarbeits-Emporien der Zentralregierung in Delhi, Kolkata und Mumbai einen wichtigen Platz gesichert haben.

Die Technik ist wie bei den Malhars in Chotanagpur die des Gießens mit einer verlorenen Form. Das heißt auf einen Lehmkern wird mit einer wachsartigen Masse die Figur modelliert. Danach wird das Ganze mit Lehm bedeckt und getrocknet. Beim Gießen muss zuerst das Wachs herausgeschmolzen werden. Danach wird der Hohlraum mit flüssigem Messing oder Bronze ausgegossen. Im Unterschied zu Chotanagpur, wo die Malhars Reismaße und kleinere Figuren gießen, werden in Bastar große Figuren gegossen bis zu einem Meter Höhe und mehr. Auch sind die Designs origineller und feiner ausgearbeitet. Schließlich werden in Bastar auch noch Bimetallfiguren gegossen. Das heißt es wird zuerst ein stilisierter Körper aus Eisen geschmiedet. Danach werden bestimmte Teile wie der Kopf, die Arme oder andere Teile mit der oben genannten Technik daran gegossen.

Das Ganze ist daher nicht nur grundlegend verschieden von Chotanagpur, sondern erfordert auch eine qualitativ andere Technik. Bei den großen Figuren kann man nicht von einer Stelle die gesamte Figur gießen, sondern es müssen mehrere Einfülltrichter an verschiedenen Stellen der horizontal liegenden Figur angebracht werden. Die großen Lehmfiguren brauchen außerdem Verstärkung mit Draht und anderen Stützen, so dass sie nicht zerbrechen. Der Lehm muss besonders zubereitet werden. Er besteht aus einer Mischung von Termitenerde und Reisspreu, so dass er eine ausreichende Festigkeit hat. Der Guss ist ebenfalls anders. In einem Tiegel werden Messingbrocken (Abfälle) erhitzt und das flüssige Messing oder die Bronze werden dann in die Trichter gegossen.

Der Freundeskreis Chotanagpur (www.chotanagpurgruppe.de) hat beschlossen, einige wenige der Bastar-Figuren zu importieren, um sie hier bekannt zu machen. Es sind keine Billig-Gegenstände, sondern der Arbeit und dem Wert entsprechende Kunst(hand-)werke. Sie können ab Ende 2006 über den Freundeskreis Chotanagpur bezogen werden.

Dieter Hecker

www.marcusleatherdale.com

I am a Canadian photographer who works exclusively with the Adivasis of India.I have a compound in Chhotanagpur, Jharkhand. From this locale I conduct expeditions all over Tribal India.I also have formed a Medical Care Team which provides operations for the local Tribals (mostly Mundas and Oraons).I will be showing my latest work in NYC this October at the John Stevenson Gallery…Called „Baigas“(this year’s work with the Baigas in Kawardha,Chhatisgarh.) November, I will be exhibiting photographs in Toronto and Zurich of the Marias Murias,Hos,Birhors, Santhals, Ghonds, Ratwas and Baigas. I also have work bases in NYC and Lisbon for production /publishing and gallery work.

Selbstdarstellung (e-mail 3.6.2003)

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